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Andirobaöl zur Massage, 30ml

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Art.Nr.: 4100
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Andirobaöl zur Massage, 30ml

Das Andirobaöl wird aus den Samen des Andiroba-Baumes gewonnen, der im Amazonasgebiet heimisch ist. Es ist sehr hautfreundlich und hat sich bei der unterstützenden Behandlung muskulärer Probleme (Entzündungen, Verspannungen) sowie bei Gelenkbeschwerden, Verstauchungen, Hautproblemen und der Vorbeugung gegen Cellulitis bestens bewährt. Die traditionelle Bevölkerung verwendet das Öl auch als Schutz gegen Mücken.

Unterhalb von 24°C wird das Andirobaöl, wie viele tropische Öle fest. Beim Erwärmen ( in der Hosentasche oder auf der Heizung) wird es jedoch rasch wieder flüssig.

Versandkostenanteil bis 100 € Bestellwert € 5,20, über 100 € portofrei.

ANDIROBA-ÖL - (Carapa guianensis, Meliáceae)

ERNTEZEITRAUM


Junger Andirobabaum und Samen mit dem ölhaltigen, weissen Kern

ALLGEMEINE VERWENDUNG

Das Andirobaöl ist eines der meistverkauften medizinischen Öle im Amazonasgebiet. Gemischt mit Honig und Copaiba (Copaifera spp.) wird ein sehr beliebtes Hausmittel zur Bekämpfung von Halsinfektionen und grippalen Erkrankungen hergestellt. Als Seife ist es ein in Brasilien häufig verwendetes Mittel gegen Akne und Pickel. Aufgrund seiner Eigenschaft, schnell von der Haut aufgenommen zu werden, wird es oft in der Massage als unterstützende Anwendung bei muskulären Verspannungen, Verstauchungen, Arthritis und Rheuma angewendet. Brasilianische Frauen schätzen das Öl als vorbeugende Massnahme gegen Cellulitis. Darüber hinaus dient es zur Beruhigung und Aufhellung von oberflächlichen Flecken der Haut sowie als stärkendes und verschönerndes Mittel für das Haar.

Besondere Bedeutung hat Dieses Regenwaldprodukt bei der Mückenbekämpfung. Neben dem Einreiben der Haut mit Andirobaöl zum Schutz vor Stichen formen die Einheimischen aus dem Presskuchen der Ölgewinnung Kugeln, die abends und nachts zur Mückenabwehr angezündet werden. Zusammen mit den Samen von Annatto (Bixa orellana) wird auch eine Paste hergestellt, die zum Schutz vor Moskitostichen auf die Haut aufgetragen wird.

PHYSIKALISCH-CHEMISCHE DATEN UND FETTSÄUREZUSAMMENSETZUNG

Das Andiroba-Öl ist eine reiche Quelle von essentiellen Fettsäuren wie Ölsäure, Palmitinsäure, Myristinsäure und Linolsäure und enthält Komponenten wie Triterpene, Tannine und isolierte Alkaloide, sowie das Limonoid Andirobin. Aufgrund der Bitterkeit des Andirobaöls wird es der Gruppe der Terpene zugeordnet, auch Meliacine genannt. Diese sind chemisch den bitteren Malariamitteln sehr ähnlich. Kürzlich wurde einem dieser Meliacine, dem Gedunin, eine Wirkung gegen Malaria und weitere antiparasitäre Eigenschaften bescheinigt,  ähnlich der Wirkung des Chinins.

Dem Andiroba-Öl werden entzündungshemmende, insektenabwehrende und wundheilende Wirkungen zugeschrieben, die u.a. auf das Vorhandensein des Limonoids Andirobin zurückgeführt werden. Insbesonders nach der (fragwürdigen) Patentierung einer Feuchtigkeits- und Anti-Celluitecreme auf Grundlage des Andiroba-Öls durch die französische Kosmetikfirma Yves Rocher entstand bei der Kosmetikindustrie eine große Nachfrage nach Andiroba-Öl.

Eine Kerze mit Andiroba-Öl wirkt abwehrend gegen die Mücke Aedes aegypti, welche Gelbfieber und Dengue-Fieber überträgt. Beim Verbrennen der Kerze wird ein Wirkstoff freigesetzt, der den “Hunger” der Mücke hemmt und dadurch die Stechattacken auf den Menschen einstellt. Die Forschungsergebnisse attestieren einen 100%igen Mückenschutz, was von keinem anderen Produkt auf dem Markt der Mückenschutzmittel erzielt wird. Neben diesen herausragenden Eigenschaften ist die Kerze völlig ungiftig und erzeugt beim Verbrennen keinen Rauch und keine Duftstoffe.



ÖKOLOGIE

Andiroba ist eine neotropische Baumart die im südlichen Zentralamerika sowie in Kolumbien, Venezuela, Surinam, Französisch-Guayana, Brasilien, Peru, Paraguay und den karibischen Inseln beheimatet ist. In Brasilien wird dieser Baum in Höhenlagen bis zu 350 m angetroffen. Er ist im ganzen Amazonasbecken beheimatet, sowohl auf Terra firme als auch in saisonal überfluteten Wäldern, entlang von Flüssen und Bächen und in der Nähe der Mangroven an den Küsten. Die Samen sind infolge des hohen Ölgehalts schwimmfähig und werden durch das Wasser verbreitet. In den überschwemmungsfreien Terrafirme-Wäldern bleibt der Großteil der Samen unter dem Mutterbaum liegen. Sie sind eine wichtige Nahrung für viele Nagetiere, Gürteltiere, Wildschweine, Eichhörnchen und Rehe. 

Taxonomisch gehört der Andirobabaum zur gleichen Familie wie der Mahagoni- und Zedernbaum. Da sein Holz eine hohe Resistenz gegen Insektenfraß zeigt, ist es bei den lokalen Sägewerken sehr begehrt. Der Andirobabaum kann bis zu 30 Meter hoch werden, passt sich gut an unterschiedliche Umgebungen an, und ist sowohl in Feuchtgebieten als auch auf Hochlandebenen heimisch. Ein ausgereifter Baum kann bis zu 120 Kilo Samen erzeugen (durchschnittlich 50 Kilo/Baum). Der Samen enthält 43% Fett.
Bei der traditionellen Ölgewinnung werden für einen Liter Öl 12 Kilo Andirobasamen benötigt, bei Verwendung einer mechanischen Presse 4 Kilo Samen und bei der Anwendung von chemischen Lösungsmitteln 3 Kilo Samen. Die Ölausbeute pro Andirobabaum kann bei traditioneller Verfahrensweise 10 Liter und bei industrieller bis zu 30 Liter erreichen. Aufgrund seines raschen Wachstums und seines hohen Holzwertes ist Andiroba für Agroforst-Systeme besonders gut geeignet. Die Anpflanzung in Monokultur wird durch den Schädling Hypsipyla Grandella, dem bedeutensten Schädling der Mahagoniegewächse in der Amazonasregion, zur Herausforderung. Dabei wird die Endknospe geschädigt, was zu deutlichen Wachstumseinschränkungen führt. Das hat Konsequenzen insbesondere dann, wenn die Bäume für die Holzproduktion bestimmt sind. Wenn der Andirobabaum einen Schädlingsangriff überlebt, bleibt die Samenproduktivität unverändert.

LITERATUR

FERRAZ, I. D. K. et. al.: Andiroba Carapa guianensis e Carapa procera, 2003, Manual de sementes da Amazõnia, Fascíiculo I.
GILBERT, B., et al. "Activities of the Pharmaceutical Technology Institute of the Oswaldo Cruz Foundation with medicinal, insecticidal and insect repellent plants." An. Acad. Bras. Cienc. 1999; 71(2): 265-71.
MACKINNON, S., et al. “Antimalarial activity of tropical Meliaceae extracts and gedunin derivatives.” J. Nat. Prod. 1997; 60(4): 336-41.
MORAIS, L. R. : Banco de Dados Sobre Espécies Oleaginosas da Amazônia, não-publicado.
MORTON, J. F.: Atlas of Medicinal Plants of Middle America, 1981. PESCE, C.: Oleaginosas da Amazônia, 1941, Oficinas Gráficas da Revista Veterinária, Belém/PA.
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